Die IT-Landschaft vieler Unternehmen ist in den letzten Jahren explosionsartig gewachsen. Neben klassischen On-Premises-Systemen betreiben Teams heute Cloud-Services, Container, Microservices und SaaS-Lösungen. Dazu kommen Tools für Monitoring, ITSM, IAM, CMDB und Security. Diese Vielfalt ist ein Vorteil, weil jede Fachdomäne die für sie beste Lösung wählen kann. Sie ist aber auch herausfordernd: Daten müssen zuverlässig fließen, Prozesse müssen Ende-zu-Ende funktionieren, und manuelle Arbeit darf nicht zum Flaschenhals werden.
Die Antwort heißt: Automatisierung. Und wer Automatisierung nachhaltig umsetzen möchte, kommt an Open Source kaum vorbei. Bei becon setzen wir seit Jahren bewusst auf diesen Ansatz. Mit OpenCelium (Integration/Automatisierung) und DataGerry (CMDB/ISMS) zeigen wir, wie sich offene Technologien zu einem leistungsfähigen IT-Betrieb kombinieren lassen – transparent, flexibel und ohne Vendor-Lock-in.
Warum Open Source der Schlüssel zur IT-Automatisierung ist
Automatisierung ist längst kein „Nice to have“, sondern die Voraussetzung, um mit wachsenden Umgebungen, Sicherheitsanforderungen und Kostendruck Schritt zu halten. Open Source verstärkt diesen Effekt:
- Transparenz statt Black Box:
Der Code ist einsehbar. Sicherheitslücken, Datenflüsse und Abhängigkeiten sind nachvollziehbar. - Anpassbarkeit & Erweiterbarkeit:
Policies, Workflows und Datenmodelle lassen sich an Ihre Prozesse anpassen — nicht umgekehrt. - Kostenkontrolle:
Statt hoher Lizenzgebühren investieren Sie in Know-how, Services und Betrieb. - Community-Innovation:
Aktive Communities liefern Ideen, Plugins und schnelle Fixes. - Unabhängigkeit:
Keine Sackgassen durch proprietäre Schnittstellen; volle Datenhoheit bleibt in Ihrem Unternehmen.
Gerade in Zeiten schneller technologischer Veränderungen wird diese Offenheit zum echten Zukunftsvorteil.
Automatisierung in der Praxis: OpenCelium & DataGerry
Bevor wir andere Tools betrachten, lohnt sich ein Blick auf zwei Open-Source-Komponenten, die sich in vielen Projekten bewährt haben.
OpenCelium – die Brücke zwischen Ihren Systemen
In vielen IT-Umgebungen laufen parallel Monitoring-Systeme (z. B. Zabbix, Checkmk), Ticketing-Lösungen (KIX, Jira), CMDBs (DataGerry, i-doit), IAM-Systeme (Keycloak, AD), Cloud-Plattformen und Security-Tools.
Jedes dieser Systeme liefert wertvolle Informationen – doch ohne saubere Integration entstehen Dateninseln, Doppelpflege und Medienbrüche.
OpenCelium verbindet diese Systeme per API ohne Programmieraufwand. In einer Drag-&-Drop-Oberfläche modellieren Sie Workflows, synchronisieren Objekte, reichern Daten an oder stoßen Tickets und Aktionen automatisiert an. So entsteht ein zentraler Daten- und Prozesshub.
Vorteile auf einen Blick:
Weniger manuelle Arbeit, weniger Fehler
Höhere Datenqualität durch konsistente Synchronisation
Schnellere Reaktionszeiten im Incident-/Problem-/Change-Prozess
Volle Kontrolle über Integrationen — ohne Abhängigkeit von Drittherstellern
Beispiel: Ein Alarm aus Zabbix wird von OpenCelium erkannt und der Status wird automatisch in das passende Config Item nach DataGerry synchronisiert. Anschließend wird ein Ticket in KIX oder Jira erzeugt, ein passendes Ansible-Playbook angestoßen und das Ergebnis unmittelbar im Ticket dokumentiert.
Viele CMDBs scheitern an starren Datenmodellen. DataGerry geht bewusst anders vor: schemalos und modellfrei. Sie definieren selbst, wie Objekte, Attribute und Relationen aussehen sollen – egal ob klassische Server, Cloud-Ressourcen, IoT-Geräte oder Business-Objekte.
Stärken von DataGerry:
Maximale Flexibilität im Datenmodell
Einheitliche Datenbasis für Automatisierungs-Workflows
Tiefe Integration mit OpenCelium und anderen Tools
Open Source: transparent, erweiterbar, zukunftssicher
Integriertes ISMS, das NIS2-Compliance unterstützt
Damit wird die CMDB zur zentralen Drehscheibe für Automatisierung statt zum reinen Inventarverzeichnis.
Beispiel: Im Workshop werden zentrale Objekttypen wie Server, Anwendungen oder Cloud-Ressourcen modelliert und über OpenCelium mit Systemen wie Zabbix, KIX und Ansible verbunden. So fließen Monitoring-Daten automatisch in die CMDB, Tickets werden mit relevanten Informationen angereichert und Standard-Playbooks direkt angestoßen. Ergebnis ist eine aktuelle, integrierte Datenbasis, die den IT-Betrieb aktiv unterstützt und manuelle Pflege deutlich reduziert.
Die Open-Source-Toolbox für IT-Automatisierung
Mit unserem gut abgestimmten Portfolio an Open-Source-Tools decken wir alle Kernbereiche der IT-Automatisierung ab – von der Datenbasis über die Integration bis hin zum Monitoring und Service Management.
Integration & Orchestrierung:
OpenCelium verbindet Ihre Systeme per API, automatisiert Datenflüsse und ermöglicht Ende-zu-Ende-Workflows.
CMDB & Asset Management:
DataGerry liefert eine flexible, schemalose CMDB, die sich exakt an Ihre Prozesse anpasst und als zentrale Datenbasis dient.
Service Management:
KIX sowie OTRS, Znuny und OTOBO sorgen für effizientes Ticketing, Incident- und Service-Management.
Monitoring & Visualisierung:
Zabbix, Sensu und Grafana geben Ihnen volle Transparenz über Infrastruktur und Services, liefern Events für Automatisierungen und ermöglichen datengetriebene Entscheidungen.
Konfigurations- & Infrastruktur-Automatisierung:
Ansible automatisiert Deployments, Konfigurationen und Standard-Tasks im IT-Betrieb.
Analyse & Logging:
Elastic Stack und Time Series Databases unterstützen Sie bei der Auswertung von Log- und Metrikdaten – für fundierte Entscheidungen und schnelle Fehleranalyse.
Referenz-Architektur: Von Events zu Aktionen
Ein praxiserprobter Automatisierungszyklus folgt meist diesem Muster:
- Beobachten – Ereignisse erfassen (z. B. Monitoring-Alerts)
- Anreichern – relevante CMDB- oder Kontextdaten hinzufügen
- Entscheiden – Regeln und Bedingungen prüfen
- Handeln – Tickets oder Skripte automatisch auslösen
- Rückmelden – Ergebnisse dokumentieren und auswerten
So entsteht eine geschlossene Automatisierungsschleife – nachvollziehbar, dokumentiert und auditierbar.
6 Automatisierungsfälle, die sofort wirken
- Ticket-Autofill im Incident-Prozess
- CMDB-Synchronisation
- Alert-Remediation
- Benutzer-On-/Offboarding im IAM
- Planung und Durchführung von Patch-Fenster
- Standardisierte Change-Vorlagen
Sicherheit, Compliance & Governance
Open Source ist nicht „weniger sicher“ – im Gegenteil: Durch Offenheit lässt sich Sicherheit gezielt gestalten und kontrollieren.
- Transparente Codebasis
- Rollen- und Rechtekonzepte (RBAC)
- Nachvollziehbare Änderungen
- Policies und Konfigurationen als Code
So entsteht Security by Design – fest in Prozesse eingebettet statt nachträglich per Add-on ergänzt.
Schritt-für-Schritt zum Automatisierungs-Ökosystem
1. Use-Case auswählen: Einen klar umrissenen, wiederkehrenden Pain Point identifizieren, z. B. Incident-Anreicherung in KIX.
2. Datenbasis sichern: Relevante CIs sauber in DataGerry modellieren, um eine konsistente Grundlage zu schaffen.
3. Schnittstellen definieren: Festlegen, welche Systeme Daten liefern oder empfangen – z. B. Zabbix für Monitoring und KIX für Tickets.
4. Workflow in OpenCelium bauen: Regeln, Mappings und Fehlerpfade modellieren und Systeme miteinander verbinden.
5. Aktionen automatisieren: Standardmaßnahmen mit Ansible umsetzen oder Prozesse direkt in KIX anstoßen.
6. Messbar machen: Monitoring-Daten aus Zabbix oder Visualisierung mit Grafana nutzen, um Ergebnisse transparent zu machen.
7. Skalieren: Weitere Use-Cases hinzufügen, Standards und Vorlagen wiederverwenden – auf Basis von OpenCelium und DataGerry.
Häufige Stolpersteine bei der IT-Automatisierung – und wie Sie sie vermeiden
- Zu groß starten: Besser mit klaren, überschaubaren Szenarien beginnen.
- Unklare Verantwortlichkeiten: Zuständigkeiten früh festlegen.
- Fehlende Tests: Workflows regelmäßig prüfen und dokumentieren.
- CMDB vernachlässigt: Ohne aktuelle Datenbasis keine verlässliche Automatisierung.
- Nur Technik, keine Prozesse: Menschen und Abläufe gehören dazu.
Fazit: Open Source als Fundament nachhaltiger IT-Automatisierung
IT-Automatisierung ist kein Trend, sondern eine betriebliche Notwendigkeit. Open-Source-Tools liefern dafür die ideale Basis: transparent, flexibel, community-getrieben und kosteneffizient. Mit OpenCelium als Integrations- und Workflow-Layer und DataGerry als flexibler CMDB entsteht das Rückgrat für Ende-zu-Ende-Prozesse. In Kombination mit anderen Tools wird daraus ein Ökosystem, das Reaktionszeiten verkürzt, Qualität erhöht und Teams spürbar entlastet.
Unser Tipp: Starten Sie mit einem konkreten Use-Case, machen Sie Erfolge messbar und skalieren Sie schrittweise. Wenn Sie möchten, unterstützen wir Sie mit Beratung, Consulting, Support und Schulungen — vom Proof of Concept bis zum produktiven Rollout.
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