Cyberangriffe, steigende regulatorische Anforderungen und knappe IT-Budgets stellen aktuell viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Spätestens mit der Einführung von NIS2 wird klar: Unternehmen müssen Sicherheitsereignisse zentral überwachen, Angriffe erkennen und nachvollziehbar dokumentieren können. Gleichzeitig sind klassische Enterprise-SIEM-Lösungen für viele kleine und mittelständische Unternehmen kaum finanzierbar.

Genau hier setzt Wazuh an. Die Open-Source-Security-Plattform kombiniert SIEM-, XDR-, Compliance- und Monitoring-Funktionen in einer zentralen Lösung – ohne Lizenzkosten. Wir schauen uns an, warum Wazuh für viele interessant ist, welche Funktionen die Plattform bietet und wie sich damit moderne Security-Anforderungen effizient umsetzen lassen.

Warum Unternehmen heute ein SIEM benötigen

IT-Sicherheit besteht längst nicht mehr nur aus einem Antivirus oder einer Firewall. Moderne Angriffe verlaufen oft über mehrere Systeme hinweg und hinterlassen dabei Spuren in Logdateien, Benutzerkonten, Netzwerkverbindungen oder Prozessen. Genau diese Informationen müssen zentral gesammelt und ausgewertet werden.

Ein SIEM (Security Information and Event Management) übernimmt dabei vier zentrale Aufgaben:

  • Logs sammeln
  • Daten normalisieren
  • Ereignisse korrelieren
  • Sicherheitsalarme erzeugen

Klingt zunächst simpel, ist in der Praxis aber komplex. Denn ein Mensch könnte niemals Millionen von Logeinträgen manuell analysieren und dabei verdächtige Muster zuverlässig erkennen.

Typische Beispiele:

  • 20 fehlgeschlagene Loginversuche innerhalb weniger Minuten
  • Änderungen an privilegierten Gruppen
  • ungewöhnliche Prozessstarts
  • verdächtige Netzwerkkommunikation
  • Anmeldungen außerhalb üblicher Zeiten

Ein modernes SIEM erkennt solche Muster automatisiert und alarmiert Administratoren in Echtzeit.

Was ist Wazuh?

Wazuh ist eine Open-Source-Security-Plattform zur zentralen Überwachung und Analyse von Sicherheitsereignissen. Die Plattform sammelt Logs und Telemetriedaten aus nahezu der gesamten IT-Infrastruktur:

  • Server
  • Clients
  • Container
  • Cloud-Umgebungen
  • Netzwerkgeräte
  • OT- und IoT-Systeme

Alle Informationen laufen zentral in einem Dashboard zusammen und können dort analysiert, korreliert und ausgewertet werden. Besonders interessant: Wazuh vereint zahlreiche Sicherheitsfunktionen, die sonst oft auf mehrere Einzelprodukte verteilt sind. Dazu gehören unter anderem:

  • SIEM
  • XDR
  • File Integrity Monitoring
  • Vulnerability Detection
  • Malware Detection
  • Threat Hunting
  • Compliance Reporting
  • Active Response

Dadurch entsteht eine zentrale Sicherheitsplattform mit hoher Transparenz und vergleichsweise niedrigen Betriebskosten.

Transparenz über die gesamte Infrastruktur

Ein wichtiger Bestandteil moderner Security Operations ist eine vollständige Übersicht über die vorhandene Infrastruktur. Wazuh bietet hierfür ein sehr detailliertes Asset-Inventar. Administratoren erhalten Einblicke in installierte Software, laufende Prozesse, aktive Dienste, Browser-Plugins, Systemversionen und Benutzeraktivitäten.

Gerade in größeren oder historisch gewachsenen Umgebungen ist diese Transparenz enorm wichtig. Viele Sicherheitsvorfälle entstehen nicht durch hochkomplexe Zero-Day-Exploits, sondern durch veraltete Softwarestände, falsch konfigurierte Systeme, unbekannte Assets oder nicht dokumentierte Dienste. Ein zentrales Monitoring hilft dabei, solche Risiken frühzeitig sichtbar zu machen.

Angriffserkennung in Echtzeit

Eine der größten Stärken von Wazuh ist die Echtzeit-Erkennung sicherheitsrelevanter Ereignisse. Ein typisches Beispiel ist ein SSH-Brute-Force-Angriff. Hierbei versucht ein Angreifer automatisiert, Benutzerkonten über zahlreiche Passwortversuche zu kompromittieren. Wazuh erkennt solche Muster automatisch anhand der eingehenden Logdaten. Zusätzlich können sogenannte „Active Responses“ ausgelöst werden. Dabei reagiert das System automatisiert auf erkannte Angriffe.

Mögliche Reaktionen wären beispielsweise:

  • Sperrung einer IP-Adresse
  • Isolation eines Endpunkts
  • Beenden eines Prozesses
  • Blockieren eines Benutzerkontos

Dadurch lassen sich Angriffe bereits während des laufenden Angriffs eindämmen – noch bevor größerer Schaden entsteht.

EDR und XDR – wo liegt der Unterschied?

Viele Unternehmen setzen bereits auf klassische Antivirus- oder EDR-Lösungen (Endpoint Detection and Response). EDR konzentriert sich primär auf einzelne Endpunkte – also z. B. Server, Clients oder Laptops. Es erkennt verdächtige Aktivitäten auf genau diesem Gerät, etwa ungewöhnliche Prozesse, Malware oder unautorisierte Zugriffe.

XDR (Extended Detection and Response) geht einen entscheidenden Schritt weiter: Statt nur isolierte Ereignisse auf einem einzelnen Endpunkt zu betrachten, korreliert XDR Daten aus mehreren Sicherheitsquellen. Dazu gehören Endpunkte, Netzwerkdaten, Benutzeraktivitäten, Authentifizierungsereignisse, E-Mails oder Schwachstelleninformationen.

Der zentrale Unterschied ist also:

EDR = Schutz und Analyse auf Geräteebene
XDR = Sicherheitsanalyse über mehrere Systeme hinweg

Dadurch erkennt XDR nicht nur einzelne Auffälligkeiten, sondern vollständige Angriffsketten und Zusammenhänge, die isoliert oft unauffällig bleiben.

Ein typisches Szenario könnte so aussehen:

  1. Ein kompromittierter Client zeigt verdächtige Netzwerkaktivitäten.
  2. Kurz darauf wird Credential Dumping erkannt.
  3. Anschließend taucht ein gestohlenes Kerberos-Ticket auf einem weiteren System auf.

Einzelne Events wären möglicherweise unauffällig. In Kombination ergibt sich jedoch ein klares Bild eines laufenden Angriffs. Genau diese Korrelation ist eine zentrale Stärke moderner XDR-Plattformen wie Wazuh.

Unterstützung bei NIS2 und ISO 27001

Regulatorische Anforderungen spielen mittlerweile eine immer größere Rolle. Sowohl ISO27001 als auch die NIS2-Richtlinie verlangen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem:

  • kontinuierliches Monitoring
  • zentrale Logauswertung
  • Incident Detection
  • Nachvollziehbarkeit von Zugriffen
  • Dokumentation sicherheitsrelevanter Ereignisse
  • Risikobewertungen
  • Auditierbarkeit

 

ISO27001 vs. NIS2: Unterschiede und praktische Umsetzung mit Wazuh

Ohne zentrale Sicherheitsplattform sind diese Anforderungen in der Praxis kaum effizient umsetzbar. Wazuh unterstützt Unternehmen hierbei unter anderem durch:

  • zentrale Logaggregation
  • Audit-Historien
  • Compliance-Reports
  • File Integrity Monitoring
  • Vulnerability Detection
  • Echtzeit-Alerts

Besonders im Mittelstand wird NIS2 in den kommenden Jahren erheblichen Handlungsdruck erzeugen. Viele Unternehmen müssen ihre Security-Architektur deutlich professionalisieren.

Open Source statt Vendor Lock-in

Ein weiterer großer Vorteil von Wazuh ist der Open-Source-Ansatz. Unternehmen profitieren dadurch von:

  • vollständiger Transparenz
  • auditierbarem Quellcode
  • hoher Flexibilität
  • großer Community
  • Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern

Gerade im SIEM-Markt entstehen schnell hohe laufende Kosten durch Lizenzen, Datenvolumen / Retention-Zeiträume, Zusatzmodule und Cloud-Nutzung. Open-Source-Lösungen bieten hier einen deutlich kosteneffizienteren Ansatz – insbesondere für:

  • kleine und mittelständische Unternehmen
  • KRITIS-nahe Betreiber
  • Bildungseinrichtungen
  • öffentliche Einrichtungen
  • Security-Teams mit begrenztem Budget

Für wen eignet sich Wazuh besonders?

Wazuh eignet sich insbesondere für Unternehmen, die:

  • NIS2-Anforderungen erfüllen müssen
  • ISO27001 einführen möchten
  • ein eigenes SOC aufbauen
  • zentrale Transparenz über ihre Infrastruktur benötigen
  • SIEM- und XDR-Funktionen ohne hohe Lizenzkosten suchen

Durch die Skalierbarkeit kann Wazuh sowohl in kleineren Umgebungen als auch in Enterprise-Infrastrukturen eingesetzt werden.

Fazit: Skalierbare Security, Compliance und XDR mit Wazuh

Moderne IT-Sicherheit muss nicht teuer sein. Entscheidend ist vor allem eine saubere technische Umsetzung und die Fähigkeit, Sicherheitsereignisse zentral auszuwerten und schnell darauf zu reagieren.

Wazuh kombiniert SIEM, XDR, Vulnerability Detection, File Integrity Monitoring und Compliance-Funktionen in einer zentralen Open-Source-Plattform. Unternehmen erhalten damit Enterprise-Security-Funktionen ohne klassische Lizenzmodelle und ohne starken Vendor Lock-in.

Gerade im Kontext von NIS2 und steigenden regulatorischen Anforderungen wird der Aufbau moderner Security-Operations-Strukturen für viele Unternehmen unverzichtbar.

Die becon GmbH unterstützt Unternehmen dabei von der Planung über die Implementierung bis hin zum Betrieb moderner Security-Plattformen rund um Wazuh. Als erfahrener Security- und Open-Source-Partner begleitet becon Unternehmen bei der Einführung skalierbarer und auditierbarer Sicherheitslösungen für moderne IT-Infrastrukturen.

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