Nach fünf Jahren fand dieses Jahr in Amsterdam endlich wieder eine Monitorama in Europa statt. Die Wahl der Location der weltweit bekannten Konferenz fiel auf das Compagnietheater am Nieuwmarkt in einem der ältesten Stadtteile Amsterdams. Früher wurden hier Hinrichtungen durchgeführt und Rinder auf dem Markt gehandelt. Zwar wurde auf der Konferenz niemand hingerichtet, aber das ein oder andere Vieh wurde gehandelt:
Die Sponsoren konnten sich einkaufen und mit ihrem Logo und ihren Lösungen werben. Die Platin Sponsoren konnten in Lightning Talks eine fünfminütige Duftmarke setzen. Im Vordergrund standen allerdings die nicht kommerziell angehauchten Vorträge.
Dem Gründer der Monitorama Jason Dixon ist es immer wichtig, Gleichberechtigung, Vielfalt und Toleranz im Vortragsprogramm zu spüren. Das gelingt ihm wie keinem Zweiten. Zwar konnte man auch eine gewisse Open Source Affinität in den Vorträgen spüren, jedoch kann man nicht von einer Open Source Monitoring Konferenz sprechen. Das wurde dieses Jahr in Amsterdam sehr deutlich. Vor allem die Sponsoren kommen meist aus der Closed Source Welt. Umso schöner war es zu sehen, dass Icinga und Centreon als echte Open Source Monitoring Lösungen unter den Sponsoren zu finden waren.
Speakers
Wenige Vorträge möchte ich hervorheben. Monica Sarbu sprach über die Rolle der Frau in der IT Branche. Monica bezog sich auf Studien, die belegten, dass viele Frauen aufgrund einer für Frauen und Mütter ungesunden Unternehmenskultur die Branche wechseln. Alle Unternehmen haben Probleme mit dem Fachkräftemangel und beherrschen nicht mal das kleine 1×1:
- Flexible Arbeitszeiten anbieten
- Mitarbeiter nach Ergebnissen, nicht nach Zeiteinsatz bewerten
- Freiheiten für Selbverwirklichung und Innovationen einräumen
- Perspektive bieten
Rick Rackow von ebay Classifields Group und spricht über Nagios, Sensu and Prometheus und warum ein Wechsel des Monitoring Frameworks nicht die Denkweise ändert. Bei dem Wechsel von der alten Monitoring Welt zur neuen dynamischen, oft Cloud und Container getriebenen Welt, ist es hauptsächlich entscheidend die Menschen aus dem Betrieb mitzunehmen und die Denkweise zu verändern. Jede Innovation wird es bei einer engstirnigen Überzeugung nach dem Motto „das war immer so und bleibt immer so“ immer schwer haben akzeptiert und gelebt zu werden.
Bei jedem Neuanfang sind vier Punkte wichtig:
- Involviere alle
- Prüfe die Notwendigkeit, was alles überwacht werden muss
- Stelle deine Checks auf den Prüfstand
- Prüfe deine Alarmierung auf Sinn und Zweck
Unter dem Strich war es eine gelungene Veranstaltung. Das lag jedoch mehr an den tollen Teilnehmern und Veranstaltern, als an den Vortragsthemen. Hierbei ist zu erwähnen, dass das Team von Sensu die gesamte Organisation der Monitorama übernommen hat, ohne auch nur einmal das eigene Logo zu platzieren. Das lag sicher daran, dass der Gründer der Monitorama, Jason Dixon, seit mehr als einem Jahr VP of Business Development ist und man einen Interessenkonflikt befürchtet. Insofern an dieser Stelle ein Dankeschön an Sensu für intensive Arbeit am Vortragsprogramm mit Speakern aus der ganzen Welt.
Diese Konferenz ist eine gute Möglichkeit mal aus seiner deutschen Monitoring-Blase herauszutreten und zu erfahren, was es sonst noch auf der Welt gibt. Monitoring ist weiterhin ein vitales Thema und gerade sehr im Umbruch. Auch nächstes Jahr werden wir wieder von der Monitorama berichten – mit der leisen Hoffnung, dass die Vorträge etwas technischer und innovativer werden.
Webinar: Sensu Go | Die neue Monitoring Event Pipeline. Von der Architektur über Funktionen bis hin zu ersten Anwendungs-beispielen.
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