Am 15.08. und 16.08.2017 fand in Portland, Oregon (U.S.) in den Räumen des Portland Art Museums der Sensu Summit statt. Es war das erste Zusammenkommen der neuen Firma hinter der Monitoringsoftware Sensu (Sensu Inc.; ehemals Heavy Water Inc.) und seiner stetig wachsenden Community. Dabei nahmen ungefähr 75 Personen teil. Dies ist eine beeindruckende Anzahl für ein erstes Community-Event eines noch immer neuen Tools auf dem Markt, beachtet man, dass Sensu erst seit 2011 existiert.

Ziel der Veranstaltung war der Erfahrungsaustausch der Benutzer hinsichtlich ihrer Sensu Anwendungsfälle und gelösten Herausforderungen. Zudem wurde das erste Mal Sensu 2.0 offiziell vorgestellt – ein komplett neuer Re-Write von Sensu in der Programmiersprache Go.

Mit 500.000 Downloads pro Monat, insgesamt 27.368 Commits von insgesamt 1.349 Kontributoren ist Sensu wahrlich kein kleines Tool mehr. Dennoch ist die Wahrnehmung am europäischen Markt deutlich geringer, als bspw. in den USA. Eine Vermutung ist, dass der europäische Markt hinsichtlich Innovation und Bereitschaft bei der Digitalisierung und der Verlagerung von Diensten und Infrastrukturen in die Cloud etwas hinterher hinkt. Dieser Schritt erfordert Veränderungen in der Architektur von Software-Lösungen. Sensu kann diesen Anforderungen gerecht werden, denn es verfolgt den Microservice-Ansatz und ist explizit für die Bedienung mit Automatisierungswerkzeugen gemacht.

In den Vorträgen von Firmen wie GE, GoDaddy, T-Mobile, ViaSat oder Yelp wurde beeindruckend aufgezeigt, dass Sensu die Anforderungen verschiedenster Anwendungsfälle abdecken kann. Wer hier tiefer einsteigen will, kann sich auf YouTube alle Vorträge anschauen.
Interessant war außerdem eine Liste weiterer Kunden und Nutzer von Sensu, die sich sehen lassen kann: Bose, Cisco, Columbia, Electronic Arts, FedEx, Hewlett Packard Enterprise, IBM, Netflix, Nike, Oracle, PlayStation, Tesla, Uber, Walt Disney Pictures, Yahoo.

Bei einem abschließenden Bierchen in ungezwungener Atmosphäre konnten sich die Teilnehmer am Abend des ersten Tages über Ihre Erkenntnisse austauschen. Sehr informativ und mit viel positivem Feedback bewertet, standen am Tag 2 sogenannte „open spaces“ im Vordergrund. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit Themen vorzuschlagen, über die nach Abstimmung im Anschluss in Gruppen an runden Tischen diskutiert wurden.

Sensu 1.0 und vorherige Versionen sind in Ruby geschrieben, einer zur Laufzeit interpretierten Programmiersprache.

Sensu 2.0 wird in Go geschrieben, aus Gründen der Performance, Sicherheit, Paketierung und besserer Container-Kompatibilität. War es zuvor noch notwendig, neben Sensu ein Redis und RabbitMQ zu installieren, wird in Zukunft nur ein Go-Binary benötigt, welches die Komplexität reduziert. Sensu 2.0 wird somit einfacher sein, API-Funktionalitäten fokussieren, Mehrmandantenfähigkeit bieten sowie rollenbasierte Benutzerberechtigungen beinhalten. Redis wird durch Etcd ersetzt. Zudem wird auf RabbitMQ verzichtet und eine eigene AMQP inspirierte auf Websockets basierende  Transportmöglichkeit implementiert. Zurzeit sieht die Sensu-Roadmap vor, eine „open beta“ im Januar 2018 und eine stabile Version 2.0 Mitte 2018 zu veröffentlichen.

Das erste Sensu Summit zeigte eindrucksvoll, wie flexibel Sensu eingesetzt wird, wie es in großen Unternehmen skaliert und wie einfach es ist Integrationen zu schaffen. Es war interessant zu sehen, für wie viele verschiedene Anwendungsfälle und in welch unterschiedlichen Umgebungen Sensu die Anforderungen von Unternehmen erfüllt.

Warum überhaupt Sensu?

Hier nur ein paar Vorteile, welche durch den Einsatz von Sensu als Monitoringsystem erreicht werden können:
– Größere Skalierbarkeit dank intelligenter Microservice Architektur
– Entzerrtes Release Management, da Funkionlitäten nicht nur durch eine monolithische Anwendung bereitgstellt werden
– Reduzierte Abhängigkeit zu einzelnen Tools und Herstellern
– Flexibilität, da durch die Nutzung von Standards (RESTful) andere Lösungen angebunden werden können
– Automatisierungsmöglichkeiten durch den Einsatz von SCM Lösungen (Ansible, Chef, Puppet, SaltStack)
– Möglichkeit bestehende oder selbstgeschriebene Nagios Plugins weiter zu nutzen
– durch Verwendung von Metrikchecks weitere Informationen anreichern
– Nutzung von Grafana mittels bestehender Integrationen zu Graphite
– und nicht zuletzt, weil das Sensu Team einfach großartig ist – intelligent, authentisch und wahnsinnig inspirierend