Auch in 2017 kämpfen viele IT-Abteilungen noch immer damit, einen rechtmäßigen Stellenwert innerhalb ihres Unternehmens zugeschrieben zu bekommen. Oft werden sie nur als reiner Kostenpunkt angesehen und im Problemfall tadelnd behandelt. Lob für ein reibungsloses Funktionieren der unterschiedlichen und komplex verzahnten IT-Systeme gibt es selten.

Neben anderen Aspekten sorgt auch diese unzeitgemäße Wahrnehmung heute noch dafür, dass viele IT-Abteilungen unter Personalmangel leiden. Auftretende Probleme und Ausfälle von Systemen können oft auf fehlende Pflege selbiger zurückgeführt werden. Ein häufiger Grund dafür ist die Überlastung des Personals durch zu viele zu vergebende Themen innerhalb der IT-Abteilung.

Auch ein anderer Faktor spielt hier mit rein: IT-Systeme, die historisch gewachsen sind. Wurde sehr viel Zeit und Geld für spezifische Anpassungen investiert, kann es passieren, dass diese Systeme sehr stark miteinander verwachsen. Gerade durch die Verwendung von Schnittstellen, mittels derer Mehrwerte geschaffen werden sollen, können Abhängigkeiten entstehen, wenn diese zu spezifisch sind und nicht generisch gehalten werden. Aktualisierungen oder gar ein notwendiger Austausch einzelner Software-Teile oder Systeme werden dann zu Mammutaufgaben, denn die Administratoren stehen ggf. vor einem jahrelang gewachsenen und komplexen Monolithen. Am Ende passiert es also nicht selten, dass eigentlich notwendige Arbeiten wieder verschoben werden und die Laufzeit des Systems noch einmal verlängert wird. So kann es passieren, dass kritische Sicherheits-Updates nicht installiert werden und die eingesetzte Lösung sich mit der Zeit zu veralteter und angreifbarer Software entwickelt.

Dieser Umstand zieht sich selbstverständlich durch die komplette IT-Abteilung, bis in jedes Team durch. So leidet oftmals auch das Monitoring aller Systeme, welches eigentlich dazu da ist, anbahnende Ausfälle vorzeitig zu erkennen. Probleme bekommt man dann, wenn das Monitoring-System, aufgrund der genannten Umstände, ungeachtet vor sich her läuft und die Pflege dessen als lästige Arbeit und nicht als Hilfswerkzeug angesehen wird. Neue Geräte werden dann häufig um Tage verzögert und nicht mit allen notwendigen, sondern nur ein paar Basis-Checks, eingerichtet.

 

Wie man seine IT-Umgebung jetzt für die Zukunft wappnet

Was wären also mögliche Lösungen? Würde man die Komplexität reduzieren, wäre vermutlich auch der Aufwand notwendiger Arbeiten geringer. Gleichzeitig würde auch die Bereitschaft und Befähigung der Administratoren steigen, diese Tätigkeiten abzuarbeiten. Als eine Möglichkeit der Verbesserung sehen wir die Verwendung sogenannter Microservices.

Es lässt sich nicht pauschalisieren, aber richtig gemacht können Unternehmen mit der Verwendung von Microservices und den einhergehenden Vorteilen einen ersten Schritt in die Richtung zu einer sichereren IT-Umgebung machen, Abhängigkeiten untereinander reduzieren und die Arbeit seiner Administratoren erleichtern.

 

Darum sollte man sich jetzt also von seinen Monolithen trennen!

Monolithen sind schwerfällig, skalieren oft nicht richtig, sind in sich komplex und machen abhängig. Die altbekannte „All-in-One“ Lösung.

Microservices sind klein, handlich, einfach. Für jede Aufgabe gibt es einen verantwortlichen Dienst. Selbsterklärend ist dadurch aber auch, dass man sich in einer Umgebung mit Microservices in mehr Tools einzuarbeiten hat und der initiale Aufwand ggf. erst einmal höher ist. Die Vorteile, die man später daraus zieht, überwiegen jedoch. Entstehen Probleme mit einer der eingesetzten Lösungen, kann diese oft einfach ausgetauscht werden. Zudem skalieren Microservices besser, da sie bei Bedarf in der Regel mehrfach aufgesetzt werden können und somit als Cluster zur Lastverteilung agieren. Auch im Bereich „Continuous Integration“ bieten Microservices Vorteile, da sie einfacher entwickelbar, einfacher testbar und einfacher ausrollbar sind. Neue Mitarbeiter oder Entwickler können dadurch schneller in den Produktivbetrieb einsteigen. Neben all diesen Vorteilen genießt man zudem die Flexibilität, jederzeit aktuelle Software einsetzen zu können, da man schnell eine alte durch neue Technologien austauschen kann. Jeder Anwendungsfall und jede Aufgabe kann in der dafür optimalen Programmiersprache entwickelt werden.

 

Eine auf Microservices basierende Architektur bietet also sehr viele Vorteile gegenüber dem klassischen Aufbau von Software-Lösungen. Der Trend geht ganz klar dahin, Software „cloud-fähig“ zu machen. Da zur Skalierung Systeme je nach Notwendigkeit provisioniert und wieder gelöscht werden, muss sich auch das Monitoring dahingehend verändern. Eine Möglichkeit, wie sich dies meistern lässt, stellen wir in Teil 2 dieser Blogserie vor: Warum jetzt von Nagios zu Sensu migrieren Sinn macht.

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